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SWISSBAU 07: DIGITALE KETTE UND MONTEROSA
Vorwort | Entwurf | Bauteiloptimierung | Konstruktionsoptimierung | Statische Plausabilitätskontrolle | Produktion | Gebäude | Resümee
1. Entwurf
Bei der Überarbeitung und Optimierung des studentischen Entwurfs, welcher nach traditionellen architektonischen Methoden entwickelt worden war, lag der Fokus auf der Realisierbarkeit und den Kosten der ‘Neue MonteRosa Hütte’ mit Hilfe der digitalen Kette. Ein Merkmal dieser Ketten ist die Unabhängigkeit der einzelnen Glieder, die ihre volle Leistungsfähigkeit natürlich erst in einer konsequenten Umsetzung ausspielen können. Um mit diesen Grundlagen (Ausgangsentwurf) zu arbeiten hat die Professur für CAAD ein sogenanntes “Gummibandmodell” entwickelt, mit dem man alle relevanten Entwurfsparameter kontrollieren und optimieren kann. |
1.1. Übernahme der Form und Entwurfsvorgaben und die Eingabe in ein Datenmodell
Aus der Form des Gebäudes resultierten strikte geometrischen Anforderungen, die sich unter anderem aus der Solarfassade von 10° Neigung und 80 qm Fläche nach Süden ergaben. Dieser und andere entwurfskonstituierende Parameter wurden in das Gum-mibandmodell übertragen. Innerhalb dieses Modells konnten auch ‘Leistungsparameter’ (zum Beispiel Bettenanzahl) und konstruktive Parameter (zum Beispiel Wandstärken) eingegeben und verändert werden. Aus diesen Vorgaben ergibt sich ein Modell, das man schnell verändern kann und mit dem man in der Lage ist Auswirkungen durch Ändern der Parameter direkt nachzuvollziehen. So sind Abhängigkeiten von Bett/qm oder Grösse/Fassadenfläche, später auch Fläche/Preis direkt und in Echtzeit bewertbar. Programmübergreifende Schnittstelle und Grundlage aller weiteren Schritte ist eine XML-Datei. Dieses von Nutzer und Maschinen lesbare Datenformat beinhaltet die gesamte dreidimensionale Geometrie des Gebäudes. Knotenpunkte und ihre Lage im Raum sind genauso ersichtlich wie die die Anzahl und Grösse von Bauteilen. |
1.2. Entwickeln eines Gebäude spezifischen Systems
Nach dem Einlesen des Ausgangsentwurfs liegt ein parametrisches Gebäudemodell vor, das nun mit Hilfe des Computers nach verschiedenen Zielkriterien optimiert und bearbeitet werden kann. Im Projekt der ‘Neuen MonteRosa Hütte’ war es das Ziel eine möglichst hohe Ausnutzung (Bett/qm) anzustreben. Im Vergleich zu anderen SAC Hütten war dieses Verhältnis beim Ausgangsentwurf unterdurchschnittlich. Innerhalb des in Java implementierten Prog-amms versuchen die Betten nun gewissermassen „selbstständig“ einen minimalen Platz unter sich auszuhandeln, ohne jedoch die minimalen Bewegungsflächen zu unterschreiten. Der Architekt kann jederzeit kontrol-lierend eingreifen. Erstmals wurde auch eine nicht lineare Verknüpfung zwischen Bauteilgröße und Preis ermöglicht. Da eine Wand mit 10qm nicht 10% teurer wird wenn man sie auf 11qm vergrößer, haben wir einen Schlüssel entwickelt, der Stück- und Massenkosten miteinander verbindet. In Zusammenarbeit mit den ausführenden Firmen wurde dieser soweit verfeinert, das bei einer Flächenvergrößerung nicht die Baukosten proportional steigen. Durch diese nicht lineare Kopplung konnte die Kostenschätzung verfeinert werden. |
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-- ChristophSchindler - 08 Jan 2007
Revision r1.6 - 10 Jan 2007 - 10:14 - ChristophSchindler Parents: WebHome > MetalWorks > MonteRosa
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